Wie kommt die Schule zu ihrem Namen?

Von Hartmut Rössel und Thomas Trappmann

So jung das Gymnasium Horkesgath auch ist, so traditionsreich ist doch der Name. Gelegen an der Horkesgath, einer Straße im Nordwesten der Stadt, die erst in jüngerer Zeit ausgebaut worden ist, findet sich hier Wurzelboden Krefelder Stadtgeschichte.

Der Horkeshof (heute: Peter-Lauten-Straße 147), unmittelbar zum Hauserhof benachbart an der alten Straße von Krefeld nach St. Tönis, gehört zu den ältesten Höfen auf Krefelder Stadtgebiet.

In den Güter- und Abgabenverzeichnissen der Abtei (Essen-)Werden findet sich im Heberegister der Küsterei für 1431 der Eintrag, dass "Henne Hoerkoten und Peter, sin broder von deme gude Onderhusen in parochia Krevelde 3 s(olidi)" Abgaben geleistet haben. Als Gut Onderhusen nimmt man auf Grund des Namens den Hauserhof an, während der Horkeshof sicherlich seinen Namen von der erwähnten Familie Hoerkoten in Horkenß und schließlich Horkes ableitet.

Lagekarte Horkesgath

Im Krefelder Urkataster der Flur VI (Inrather Feld) vom September 1826 ist zum ersten Mal die Wegebezeichnung "Horkes Gath" für einen Feldweg, an dessen Ort heute die Ottostraße verläuft, auf einer Karte zu finden.

Die "Gath" – etymologisch verwandt mit Gasse (auch mit gate im Englischen) – ist eigentlich ein Loch, ein Durchlass; die Öffnung in der Landwehr, einer mittelalterlichen Befestigungsanlage. In der Krefelder Gegend werden insbesondere Wege, die ins Bruch führen und dabei meist die Landwehr durchqueren, so benannt. Bei diesen jahrhundertealten Flurbezeichnungen war es angebracht, die neu angelegte Straße, an der dann nach den Plänen von 1968/69 das Schulzentrum entstand, Horkesgath zu benennen.

Die Entscheidung, der Schule den Eigennamen "Gymnasium Horkesgath" zu geben, konnte aus der Sicht einer heimatverbundenen Schule im Nordwestbezirk der Stadt Krefeld nicht passender getroffen werden. So geschah es dann durch Beschluss des Hauptausschusses des Rates der Stadt am 28. September 1970.

Literatur:
Rheinische Urbare, Band III: Die Urbare der Abtei Werden a. d. Ruhr;
B) Lagerbücher, Hebe- und Zinsregister vom 14. bis ins 17. Jahrhundert, herausgegeben von Rudolf Kötzschke, Bonn 1917
Guido Rotthoff, Krefelds Stadterhebung 1373, in: Krefelder Studien I, Krefeld 1973, S. 1 - 37, hier: 27 f.
Walther Risler: Zur Geschichte der Höfe der Herrlichkeit Krefeld, in: Die Heimat 29 (1958), S. 47 - 68, hier: 60 (H 79).
Karte der Stadt und Herrlichkeit Crefeld von 1723 (sogenannte Engelbronnerkarte)
Akten des Schularchivs.